Worüber man schwieg
Liebe, Sexualität und das wahre Leben im Europa des 20. Jahrhunderts
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich an Sie, weil Sie sich für erzählendes Sachbuch, Sozialgeschichte und Geschichten interessieren, die gesellschaftliche Wirklichkeiten anhand individueller menschlicher Erfahrungen sichtbar machen.
Ich bin eine slowenische Autorin, Journalistin und Forscherin im Bereich der Oral History und suche einen deutschsprachigen Verlag für den ersten Band meiner erfolgreichen dokumentarischen Buchreihe Worüber man schwieg (Originaltitel: Ogenj, rit in kače niso za igrače).
In den vergangenen fünf Jahrzehnten habe ich Tausende von Zeitzeugenberichten gewöhnlicher Menschen gesammelt – Stimmen, die in offiziellen historischen Quellen nur selten bewahrt werden. Daraus entstand eine fünfbändige Sammlung mit mehr als 4.000 authentischen Lebensgeschichten auf nahezu 2.000 Seiten. Der erste Band besitzt einen besonderen historischen Wert, da er Erinnerungen von Menschen bewahrt, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts geboren wurden. Ohne diese Aufzeichnungen wären ihre Erfahrungen und Erinnerungen unwiederbringlich verloren gegangen.
Die Buchreihe erschien ursprünglich im Selbstverlag Jutri2052 und entwickelte sich zu einem der meistgelesenen dokumentarischen Buchprojekte Sloweniens. Der Animationsdokumentarfilm Das Sexualleben meiner Großmutter (Grandma's Sexual Life), der auf Erzählungen aus der Sammlung basiert, wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter auch dem Europäischen Filmpreis.
Als Autorin und Verlegerin der slowenischen Originalausgabe suche ich persönlich einen internationalen Verlag, der daran interessiert ist, dieses einzigartige Werk der Oral History und Sozialdokumentation einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen.
Eine einzigartige Sammlung mündlich überlieferter Lebensgeschichten über das Alltagsleben, die Intimität, die Herausforderungen und die Widerstandskraft gewöhnlicher Menschen im Europa des 20. Jahrhunderts
Vor mehr als fünfzig Jahren begann ich eine Reise, ohne zu ahnen, wohin sie mich führen würde. Ich begann Geschichten und Erinnerungen von Menschen zu sammeln, die von der Geschichte meist übersehen werden. Mich interessierte, wie gewöhnliche Frauen und Männer lebten, liebten, litten, arbeiteten und starben – fernab der Aufmerksamkeit von Historikern, Anthropologen, Ethnologen und anderen Wissenschaftlern.
So entstand die fünfbändige Sammlung Worüber man schwieg, eines der erfolgreichsten und meistdiskutierten dokumentarischen Buchprojekte Sloweniens. In fünf Bänden wurden mehr als 4.000 authentische Lebensgeschichten auf nahezu 2.000 Seiten festgehalten. Der erste Band ist ein besonders wertvolles Zeitdokument, da er Berichte von Menschen enthält, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts geboren wurden. Die meisten von ihnen leben heute nicht mehr, und ohne diese Aufzeichnungen wären ihre Erinnerungen für immer verloren.
Diese Zeugnisse gehören zu dem, was heute als „Citizen Science“ bezeichnet wird – die Bewahrung von Wissen und Lebenserfahrungen durch die Stimmen gewöhnlicher Menschen und nicht allein durch offizielle Institutionen.
Die Leser begegnen auf diesen Seiten Armut, Hunger, harter Arbeit, familiären Belastungen und Gewalt, aber auch Liebe, Humor, Einfallsreichtum und einer erstaunlichen Fähigkeit zum Überleben. Eine der größten Stärken des Buches liegt darin, dass es Themen anspricht, über die Generationen lang geschwiegen wurde. Es spricht offen über Sexualität, Beziehungen zwischen Männern und Frauen, die Stellung der Frau in der Gesellschaft, Ehe, Geburt, Scham, Angst und die sozialen Regeln, die das Leben unserer Vorfahren geprägt haben.
Obwohl diese Geschichten aus Slowenien stammen, ist ihr Wesen universell.
Leserinnen und Leser in Berlin, Wien, Zürich oder Hamburg werden darin Schicksale erkennen, die denen ihrer eigenen Großeltern und Urgroßeltern erstaunlich ähnlich sind. Orte und Sprachen mögen unterschiedlich sein, doch menschliche Hoffnungen, Ängste, Leiden und Sehnsüchte bleiben dieselben. Genau deshalb überschreitet dieses Buch nationale Grenzen.
Wenn wir heute von kulturellem Erbe sprechen, denken wir meist an Burgen, Kirchen oder Museumsstücke. Doch kulturelles Erbe besteht ebenso aus den Geschichten der Menschen, ihren Erinnerungen, Erfahrungen und ihrer Lebensweisheit. Wenn wir diese Geschichten nicht festhalten, gehen sie für immer verloren.
Worüber man schwieg gehört zu den größten Oral-History-Projekten Sloweniens. Die Sammlung stellt eine einzigartige Quelle für Historiker, Soziologen, Anthropologen, Psychologen und alle dar, die sich für das wirkliche Alltagsleben des 20. Jahrhunderts interessieren. Gleichzeitig richtet sie sich an ein breites Publikum, denn die Geschichten sind ehrlich, direkt und zutiefst menschlich.
Die internationale Bedeutung dieser Zeugnisse wurde bereits durch den Animationsdokumentarfilm Das Sexualleben meiner Großmutter bestätigt, der auf Erzählungen aus der Sammlung basiert und zahlreiche renommierte internationale Auszeichnungen erhielt, darunter den Europäischen Filmpreis.
Leserinnen und Leser auf der ganzen Welt werden in diesen Berichten etwas erkennen, das nationale, kulturelle und sprachliche Grenzen überwindet: die Wahrheit über den Menschen. Über seine Wünsche, Ängste, seine Liebe, seinen Schmerz, seine Widerstandskraft und seine Würde. Vor allem aber öffnen diese Geschichten ein Fenster in eine Welt, die über Generationen hinweg von Schweigen umgeben war – nicht nur in Slowenien, sondern in vielen Teilen Europas.
Deshalb ist Worüber man schwieg nicht nur ein slowenisches Buch.
Es ist ein Buch über den Menschen.
Und der Mensch spricht jede Sprache.
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6 hours ago
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